Timo Glock

Vorname: Timo
Nachname: Glock
Geburtstag: 18. März 1982
Geburtsort: Lindenfels (Deutschland)
Erlernter Beruf: Gerüstbauer
Fährt 2008 in der Formel 1 für das Team Panasonic Toyota Racing als Teamkollege von Jarno Trulli.

Im Profil

"Die Speed Academy ist die Chance für junge Fahrer."

Timo Glock musste lange Zeit ohne eine Nachwuchsförderung wie die Speed Academy auskommen. Allerdings erkannte die Deutsche Post schon im Jahr 2000 das Potential des schnellen Odenwälders. In den folgenden vier Jahren stieg der gelernte Gerüstbauer vom Kartsport bis zum Formel 1-Test- und Einsatzfahrer für Jordan auf. Ein Jahr war der gelernte Gerüstbauer für in der Champ Car World Series unterwegs und holte dort auf Anhieb den Titel "Rookie-of-the-Year". 2006 kam er zurück nach Europa und fuhr in der F1-Vorzimmerserie GP2 für das britische iSport International Team. Im letzten Jahr war er bereits als Testfahrer für das BMW Sauber F1 Team wieder in der Formel-1 unterwegs. Fast schon "nebenher" holte sich Timo Glock in der GP2 die Meisterschaft.

Seine Leistungen in der GP2 und bei den F1-Testfahrten für BMW wurden mit einem Formel-1 Cockpit beim Panasonic Toyota Racing Team belohnt. In diesem Jahr geht Timo Glock endlich wieder als F1-Stammfahrer an den Start. "Die Formel-1 war immer mein großes Ziel." Eben diese Zielstrebigkeit erwartet Timo auch von den Kandidaten der Speed Academy in dieser Saison. Und deshalb versucht der 26-Jährige auch weiterhin den neuen Nachwuchsfahrern zu helfen. "Schon in den vergangenen Jahren hat es jedes Mal jede Menge Spaß gemacht, den Jungs in der Speed Academy zu helfen, nach vorne zu kommen".

Einfach Timo Glock

Mit Toyota in der Formel 1 - zielstrebig und Mensch geblieben

Mit dem Engagement bei Toyota ist Timo Glock dort angekommen, wo er immer sein wollte: in einem Stamm-Cockpit der Formel 1. Seinen Weg in die Königsklasse hat der frisch gebackene GP2 Champion dabei konsequent und mit viel Ehrgeiz zurückgelegt. Dabei hat er stets das große Ziel im Blick gehabt. So konnte ihn auch das Auf und Ab in der diesjährigen GP2 Serie nicht daran hindern, letztendlich souverän Meister zu werden. Mit jeder Herausforderung ist der Mensch Timo Glock mental stärker geworden. Jede neue Situation hat den Ehrgeiz des Rennfahrers Timo Glock doppelt angestachelt.

"Timo ist ein Mensch, der seinen Weg unbeirrt weiter geht, ein kompletter Rennfahrer und eine Bereicherung für die Formel 1. Ich bin überzeugt, dass wir noch viel von ihm hören werden", betonte unlängst iSport International Teamchef Paul Jackson und gab offenherzig zu: "Ich werde immer Timo-Fan bleiben." Wohl auch, weil es dem Naturell des 25-Jährigen entspricht, immer bis zum Schluss alles zu geben. Das war schon in der Formel 3 so, als er im Regen von Hockenheim 2003 in der letzten Runde von Platz 17 noch ganz nach vorne fuhr. Auch das GP2 Rennen dieses Jahr in Spa-Francorchamps war wieder so ein typisches Timo-Rennen. "Als Timo dem Feld nach Kupplungsproblemen am Start hinterherfuhr, pro Runde bis zu 2 Sekunden schneller war als die Spitze, in die Box kam und mit neuen Reifen die Bestzeit noch einmal toppte - das war sensationell", erinnert sich Rennfahrer und Motorsport-Experte Hans-Joachim Stuck. "Timo gibt nie auf und versucht immer, das Beste aus der Situation zu machen. Das bringt ihm viele Sympathien ein."

Dabei zählt Timo Glock keinesfalls zu den Sportlern, die quasi auf der Rennstrecke groß wurden. Vielmehr folgte auf einen Motocross-Unfall im Alter von sieben Jahren eine längere Pause und erst mit 14 Jahren der erste Kontakt mit dem Kartsport. "Beim ersten Besuch ist er mir gar nicht besonders aufgefallen. Doch schon nach wenigen Trainings konnte man sehen, was Timo auszeichnet: technisches Verständnis, Ehrgeiz und Einsatz", erinnert sich Kartsport-Insider Adolf Neubert, der längst zum engen Kreis jener guten Freunde in der Heimat zählt, denen Timo Glock wann immer es möglich ist einen Besuch abstattet. Auf zwei Jahre Kartsport folgte in der Saison 2000 der Einstieg in die BMW ADAC Formel Junior, in der er gleich im ersten Jahr überlegen Meister wurde. Nach der Formel BMW ADAC und der Formel 3 fuhr er 2004 die ersten Einsätze in der Formel 1. Als Test- und Ersatzfahrer im Team Jordan sprang Timo Glock in Kanada kurzfristig ein und holte auf Anhieb zwei Weltmeisterschaftspunkte. Nach weiteren Rennen für Jordan wählte er 2005 bewusst die amerikanische Champ Car Serie als nächsten Schritt. Mit Erfolg: Er schloss das Jahr als bester Rookie ab und ist in den USA menschlich und sportlich gereift.

Auch als Testfahrer beim BMW Sauber F1 Team hat er seine Stärken unter Beweis gestellt. Die Ingenieure schätzen ihn für seine fachlichen Aussagen, seine Ehrlichkeit und seinen Charakter. "Timo ist ein absoluter Teamplayer - ein Mensch, für den man die Hand ins Feuer legt", wissen langjährige Partner wie der Deutsche Post Vorstand Jürgen Gerdes, der gleichzeitig "Timos Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und Menschen zu begeistern" lobt. Und ganz besonders schätzen langjährige Weggefährten und Förderer das, was Carsten Schwinn als sehr guter Freund in einem Satz zusammenfasst: "Timo ist einfach immer Mensch geblieben, das wird sich auch in der Formel 1 nicht ändern".

Der Weg in die Königsklasse

Timo Glock: In zehn Jahren vom Kartsport in die Formel 1

1997 - Erste Runden im Kart

"Von dem Geld, das ich zur Konfirmation geschenkt bekommen habe, kaufte ich mir mein erstes Kart - mit einem 100 Kubikzentimeter großen Motor und einer Fliehkraftkupplung. Damit begann ich aus Spaß an der Freude und merkte im Deutschen Junior-Kart-Pokal, dass ich Talent habe."

1998 bis 2000 - Rennerfahrungen auf dem Weg nach oben

"Mit einem neuen Kart bestritt ich die DMV-Landes und Bundesmeisterschaft. Um die Deutsche Kart-Meisterschaft zu bestreiten, fehlte das Geld. Der Kartsport war noch etwas anders gegliedert als heute. Es gab regionale Serien vom DMV; Ich fuhr diejenigen von Süd, Ost und West. Mein Kart hatte immer noch einen 100-ccm-Motor, aber einen größeren Vergaser und keine Fliehkraftkupplung mehr. Ich machte meine ersten Rennerfahrungen, entwickelte ein grundsätzliches Gefühl für die Reaktion des Fahrzeuges auf die Aktionen hinterm Lenkrad, schulte meine Reflexe - und entwickelte Ehrgeiz auf mehr."

2000 und 2001 - Ausbildung und ein Wunsch: Profi

"Vom Kartsport aus hat man mehrere Möglichkeiten in den Automobil-Rennsport. Es gibt verschiedene Ein- und Aufsteigerformeln. Ich entschied mich für die Formel BMW-ADAC-Meisterschaft. Zum einen aufgrund der tollen Förderung von BMW, zum anderen aufgrund des professionellen Umfeldes im Rahmen der DTM. Im zweiten Jahr wurde ich als förderungswürdiges Talent in das von Peter Mamerow geleitete offizielle Rookie-Team aufgenommen. In der Formel BMW ADAC ist in mir erst der Wunsch weiter gereift, Profi-Rennfahrer zu werden. Und ich wusste: Das wird klappen."

2002 und 2003 - Reifeprüfung in der Formel 3

"Die Formel 3 ist für ein junges Renntalent die beste Schule: Hier lernte ich, mit vielen Einstellungsparametern zu arbeiten - Dämpfer in unterschiedlicher Zahl, ein riesiges Feder-Sortiment, Getriebeübersetzung, Motoren, Aerodynamik. Dazu fuhren wir in einem Monoposto mit effizienter Aerodynamik und interessantem Leistungsgewicht. Ich fuhr zwei Jahre beim Schweizer KMS-Team. Die Mannschaft von Hanspeter Kaufmann und Gianni Bianchi vertraute auf Dallara-Opel. Das erste Jahr schloss ich gleich auf Platz 3 ab; im zweiten Jahr musste ich dann einige Rückschläge hinnehmen - das hat mit aber in meiner Entwicklung sehr geholfen."

2004 - Mit der Zehenspitze ins kalte Wasser

"Formel 1-Teamchef Eddie Jordan suchte nach einem jungen Fahrer, der für seinen Rennstall testen und die neu eingeführten Freitagstests fahren kann. Nach einem Test, den ich mir mit meinen Leistungen in der Formel 3 verdient hatte, bekam ich den begehrten Platz. So lernte ich in jungen Jahren, wie es in der Formel 1 zugeht und wie hoch dort die Ansprüche an einen Rennfahrer sind. Von dieser Erfahrung profitiere ich bis heute. Dass ich sogar noch zu vier Renneinsätzen kam war eine willkommene Zugabe und eine weitere wertvolle Erfahrung. Im ersten Rennen in Montreal holte ich gleich zwei WM-Punkte. Das werde ich nie vergessen."

2005 - Ein Schritt zurück, zwei nach vorn

"In der Formel 1 bot sich keine Chance auf ein Stammcockpit. Also orientierten wir uns anderweitig. Die ChampCar-World Series, die mit leistungsstarken Turbo-Motoren in F1-ähnlichen Einheits-Monoposti fährt, gilt als 'Formel 1 Nordamerikas'. Mein Team Rocketsports war finanziell nicht so auf Rosen gebettet wie die etablierten Rennställe Newman/Haas oder Forsythe. Trotzdem war der Sieg in einem Rennen greifbar nahe und ich beendete das Jahr als bester Neueinsteiger. In der ChampCar Serie verfeinerte ich meinen Umgang mit leistungsstarken Autos, lernte das richtige Timing von Boxenstopps, Strategie und die Fähigkeit, ein Rennen zu lesen - also zu lernen, mit was für einer Taktik man am besten fährt, was die Konkurrenten strategisch vorhaben und wie sich das aufs Rennen auswirkt. Gleichzeitig war ich länger allein von zu Hause weg, als je zuvor. Dadurch bin ich als Mensch gereift und deutlich selbständiger geworden."

2006 - Mit vollem Einsatz zurück nach Europa

"Um mich bei den Formel-1-Teamchefs wieder mehr ins Gedächtnis zu bringen, ging ich zurück nach Europa. Die GP2 hatte sich im Jahr zuvor als Unterbau für die Königsklasse etabliert. Da wollte ich dabei sein. Mit meinem ersten Team lief es alles andere als gut und ich fürchtete schon um meine weitere Karriere. Doch zum Glück hatte iSport-Teamchef Paul Jackson mich beim Rennen in Monte Carlo so genau beobachtet, dass er mich in sein Team holte. Von da an ging es steil bergauf: In der zweiten Saisonhälfte kämpfte ich mit Lewis Hamilton und Nelson Piquet jr. auf Augenhöhe und holte mehr Punkte als sie. Ich habe alles gegeben und mit einigen guten Rennen, so wie in Istanbul auf mich aufmerksam gemacht."

2007 - Die letzten Runden waren die schwersten

"Das BMW Sauber F1 Team holte mich als Testfahrer zurück in die Formel 1. Ich verschaffte mir bei den Tests und den Rennen aus erster Hand ein Bild davon, wie sich die Königsklasse verändert hat. Denn ich durfte nicht nur fahren, sondern hörte im Rennen den Teamfunk mit und nahm an technischen Besprechungen teil. Ich lernte die Formel 1 von innen heraus kennen. Parallel fuhr ich ein 2. Jahr in der GP2. Ich erreichte mein Ziel Meisterschaft, obwohl der Weg dorthin ein Auf und Ab war: Technische Schwierigkeiten und unverschuldete Unfälle hielten das Titelrennen bis zum Finale in Valencia offen, obwohl wir klar das schnellste Paket hatten. Toyota wurde in der Summe einiger guter Zeiten bei den Formel 1 Tests und vieler kampfstarker GP2-Auftritte auf mich aufmerksam."

Größte Erfolge

2008: Formel 1 Stammfahrer für das Panasonic Toyota Racing Team
2007: Champion in der GP2 Series (Team: iSport International), Testfahrer BMW Sauber F1 Team
2006: GP2 Series (Team: iSport International), Auszeichnung als "Most Improved Driver"
2005: "Rookie of the Year" Champ Car World Series, Team Rocketsports Racing
2004: Testfahrvertrag in der Formel 1 bei Eddie Jordan
2003: Drei Siege im Finale der Formel-3-Euroserie
2002: In der Deutschen Formel 3 Meisterschaft Rookie of the Year
2001: Meistertitel in der Formel BMW ADAC
2000: Meistertitel in der Formel BMW ADAC Junior Cup
1997-1999: Erste Erfolge im Kart-Sport

Timo Glock in Bildern

Seitenübersicht